Der aktuelle Wochenbrief des Seminars

05 Oktober, 2019
Quelle: Seminary Zaitzkofen

                                                           2/2020

                                                                                             25. 01. 2020

Liebe Gläubige,

 

wie sehr die Feuerbestattung schon verbreitet ist und die christliche Beerdigungskultur mit unhaltbaren Argumenten diffamiert wird, zeigt der folgende Leserbrief. Die Antwort von H. H. P. Regens kann Ihnen bei Diskussionen eine Hilfe sein und zur Festigung der katholischen Überzeugung dienen.

 

Mit priesterlichem Segensgruß

P. Andreas Jeindl

 

Leserbrief in der Laber-Zeitung vom 20. Januar 2020 (S. 30):

 

Feuerbestattung dem Grundwasser zuliebe

Zum Grundwasserschutz: Fast täglich wird in allen Medien der Schutz unseres Grundwassers angemahnt. Vordringlich als Hauptverursacher für belastetes Grundwasser hat man die bäuerliche Landwirtschaft im Visier.

Ich frage mich, warum wird nicht auch die rückständige und veraltete Beerdigungskultur mittels Erdbestattung kritisch hinterfragt? Wir Menschen werden dank medizinischen Fortschritts gerade in den letzten Jahren unseres Lebens mit Medikamenten und Arzneien vollgepumpt. Ob dies in den erkennbar letzten Wochen unseres Daseins noch sinnvoll ist, soll hier nicht debattiert werden. Bei Erdbestattungen gelangen diese Giftstoffe während des mehrjährigen Fäulnisprozesses in das Grundwasser und müssen in Aufbereitungsanlagen aufwendig herausgefiltert werden.

Gott sei Dank entscheiden sich immer mehr Hinterbliebene für eine Feuerbestattung. In der Stadt sind es mittlerweile annähernd 70 Prozent und auf dem Land wurde die 50-Prozent-Marke zugunsten dieser hygienischen Bestattungsform auch schon überschritten.

Nach unserem christlichen Glaubensbild macht sich die Seele nach dem letzten Atemzug auf den Weg zu Gott. Wie die körperliche Hülle beigesetzt wird, ist für die Aufnahme im Himmel (oder in der Hölle) unerheblich. Deshalb sollte der Feuerbestattung dem Grundwasser zuliebe Vorrang eingeräumt werden. Wer sich trotzdem für eine Erdbestattung entscheidet sollte mit erheblich höheren Kosten belastet werden.

 

Peter Kießl

94315 Straubing

 

Antwort: Ein wahres Zerstörungswerk

Den Ausführungen zur Feuerbestattung von Herrn Kießl muss man entschieden widersprechen. Da die meisten Medikamente bei Jung und Alt restweise ins Grundwasser gelangen, müsste man gemäß diesen Überlegungen die medikamentöse Versorgung der Menschen überhaupt unterbinden. Auch müsste man nach seinen Überlegungen eine Steuer für den vermehrten CO2-Ausstoß bei Feuerbestattung einführen.

Greifen wir aber tiefer: Der menschliche Leib gehört mit der Geist-Seele zur Person. Und so vereinigen sich beide wieder am Jüngsten Tag zur ewigen Herrlichkeit oder zum Ausschluss von ihr, also zur ewigen Strafe. Aber schon im christlichen Leben hat auch der Leib Anteil an der Heiligung der Seele: Das Taufwasser fließt über das Haupt des Kindes und erreicht so die Seele, das Öl bezeichnet bei der Firmung die Stirne, die heilige Kommunion wird zunächst auf die Zunge gelegt etc. Nicht umsonst sagt der hl. Paulus: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt?“ (1 Kor 6,19). Aus Ehrfurcht besprengt der Zelebrant den Leichnam noch im Grab mit Weihwasser und beräuchert ihn. Wie das Weizenkorn der Erde anvertraut wird, so auch der Leib nach dem Tode. Dagegen ist die Kremation ein wahres Zerstörungswerk. Schließlich strebt der Christ nach der Gleichförmigkeit mit seinem göttlichen Meister, vor allem innerlich, aber auch äußerlich, und der Leib Christi ruhte drei Tage im Schoße der Erde.

Die Feuerbestattung wurde und wird von den Kirchenfeinden propagiert, die damit zum Ausdruck bringen wollen, dass sie an kein Weiterleben nach dem Tode glauben. Wenn dies auch bei den heutigen Feuerbestattungen im Einzelfall nicht zutreffen mag, so zeigt doch deren Ansteigen in erschütternder Weise die Schwäche, ja sogar den Verlust des Glaubens und der christlichen Ehrfurcht.

 

Pater Franz Schmidberger

84069 Zaitzkofen 15