Direkt aus der Seminarkapelle: unser Wochenbrief für Sie

03. April 2021
Quelle: Seminar Herz-Jesu
7/2021

Christus ist erstanden, alleluja!

Liebe Gläubige,

passt die Osterfreude noch in unsere Zeit? Um uns herum sehen wir Glaubenslosigkeit, sittliches Elend und – seit einem Jahr schon – die Corona-Krise. Wie kann man sich angesichts solcher Not freuen?

Wenn es heute noch eine Osterfreude gibt, dann kann diese nicht oberflächlich und rein äußerlich sein. Wenn diese Freude noch da sein soll, woher stammt sie denn?

Sie kommt einmal von der Liturgie. Die Kirche begeht „das Fest aller Feste“ (röm. Martyrologium) mit größtmöglicher Feierlichkeit: goldene Messgewänder, reicher Blumenschmuck, Orgelklang und wunderbare Gesänge mit häufigem Alleluja.

Vor allem kommt die wahre Osterfreude aus dem Glauben an den auferstandenen Heiland. Am Karfreitag verblutete Jesus am Kreuz und wurde ins Grab gelegt. Alle Augen waren nun auf dieses Grab gerichtet. Wenn Christus nicht auferstanden wäre, so wäre es mit ihm, seinen Jüngern und seiner Kirche vorbeigewesen. Jesus musste auferstehen. Er hatte es mehrfach vorausgesagt. Und er hielt sein Versprechen. Die Heilige Schrift legt dafür Zeugnis ab, die Engel, die heiligen Frauen und auch die Apostel, die zwar zuerst zweifelten, später aber für das Bekenntnis der Auferstehung Jesu in den Tod gingen.

Als wahre Katholiken freuen wir uns über die Auferstehung und die Verherrlichung Jesu. Was diese Freude noch erhöht, ist das gläubige Bewusstsein, dass Jesus sein Glück und seine Herrlichkeit mit uns teilen will. Alles, was er erworben hat, hat er für uns erworben. Durch seine Auferstehung hat er den Tod aller überwunden und uns aus der Knechtschaft der Sünde befreit.

Christus ist unsterblich, alles an ihm ist unsterblich: seine Lehre, seine Kirche. Man kann uns Katholiken den Glauben nicht nehmen. Das Grab ist der Beweis. Wo ist der Stein, wo die Wächter, wo die Siegel, wo der Tod? Was haben wir zu fürchten, die wir den Tod nicht mehr zu fürchten haben? Sich fürchten und verzweifeln ist das Los derer, die nicht an Christus den Auferstandenen glauben und die nicht auf ihn hoffen.

Kehren wir zur einleitenden Frage zurück: Passt die Osterfreude noch in unsere Zeit? Ja, sie passt in unsere Zeit, sie passt in jede Zeit. Der feste Glaube an den Auferstandenen und die zuversichtliche Hoffnung auf die Teilnahme an seiner Verherrlichung – das ist die Ursache unserer Osterfreude und unser Trost.

Christus ist erstanden, alleluja!

Von Herzen wünsche ich Ihnen, liebe Gläubige, diese Freude und den Frieden des Auferstandenen

Ihr Pater Pascal Schreiber