Frohe und lichtvolle Weihnachten!

23. Dezember 2023
Quelle: fsspx.news

Das Volk, das im Finstern wandelt, schaut ein großes Licht. Den Bewohnern eines dunklen Landes strahlt ein Licht auf. Isaias 9,1

Liebe Gläubige,

„Wenn es eine Region auf der Welt gibt, die jeder würdigen und zivilisierten Seele besonders am Herzen liegen muss, dann ist dies sicherlich Palästina, aus dem seit den dunklen Anfängen der Geschichte so viel Licht der Wahrheit für alle Menschen hervorgegangen ist; in dem das fleischgewordene Wort Gottes durch Engelschöre allen Menschen guten Willens den Frieden verkünden ließ und in dem schließlich Jesus Christus, an den Kreuzesstamm genagelt, der ganzen Menschheit das Heil brachte und Seine Arme ausbreitend, als wollte Er alle Völker in die brüderliche Umarmung einladen, heiligte Er mit dem Vergießen Seines Blutes das große Gebot der Nächstenliebe.“

Diese Zeilen stammen aus der Enzyklika Auspicia quaedam von Pius XII. vom 1. Mai 1948. Und der Papst fährt fort mit Worten, die brandaktuell sind: „Deshalb wünschen wir, verehrte Brüder, dass die Gebete […] insbesondere zum Ziel haben, von der allerseligsten Jungfrau die Fürsprache zu erbitten, dass die Verhältnisse in Palästina endlich der Gerechtigkeit entsprechend versöhnt werden, und dass auch dort Eintracht und Frieden glücklich obsiegen mögen.“

Die weltpolitische Lage sieht düster aus, nicht nur im Nahen Osten. In der Ukraine frisst der Krieg täglich seine Opfer. In einem Interview schreibt der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanisław Gądecki: „Wir leben mit dem Wissen, dass Russland, sollte es den Krieg in der Ukraine gewinnen, in seinem Bestreben, das Einflussgebiet der Sowjetunion wieder herzustellen, nicht aufgeben wird. Wir werden also bald einen weiteren Krieg in Europa haben“ (Tagespost vom 21. September 2023). Es bleibt zu hoffen, dass der Erzbischof nicht Recht behalten wird.

Wir erleben heute die größte Christenverfolgung aller Zeiten! Schon allein die Zahlen des Weltverfolgungsindex sagen alles:

2008: 100 Millionen

2017: über 200 Millionen

2021: 309 Millionen

2023: mehr als 360 Millionen verfolgte Christen

In normalen Zeiten würde uns die katholische Kirche Trost, Kraft und Unterstützung schenken. Leider sieht aber auch hier die Lage düster aus: Der Synodale Weg, die immer offenere Verfolgung der Tradition durch den Papst, die römische Kurie und die Bischöfe fast überall auf der Welt und nicht zuletzt die Erklärung „Fiducia supplicans“ vom 18. Dezember 2023.

Doch Christus ist gekommen und hat uns das Licht gebracht. Auf dem Bild erblicken Sie eine lichterfüllte Kapelle am finsteren Waldesrand. Dieses Bild lenkt unsere Gedanken auf die zweite Weihnachtsmesse hin, in der wir im Introitus beten: „Ein Licht erstrahlt uns heute: denn geboren ist uns der Herr! Sein Name ist: Wunderbarer; starker Gott; Friedensfürst; Vater der kommenden Welt! Sein Königtum wird sein ohne Ende.“

Der Introitus lehnt sich an Isaias, 9. Kapitel, an, wo der Prophet von einem Volke spricht, das im Finstern wandelt. Er meint damit die unglückliche Heidenwelt, die keine Erleuchtung durch die Offenbarung des Moses und der Propheten empfangen hatte. Dieses Volk sieht heute ein großes Licht: Der Neugeborene ist der Vater eines neuen Geschlechtes, der Friedensfürst.

Wie sehr sehnen wir uns, und zwar nicht nur in diesen Weihnachtstagen, nach dem Frieden in einer Welt, die vielerorts in Kriege verstrickt ist. Wie sehr sehnen wir uns nach Licht, da viele Mitmenschen sich im Dunkel der Unwissenheit, des Unglaubens und der Sünde befinden. Der menschgewordene Sohn Gottes kam, um die Welt mit Seinem allmächtigen Licht zu erleuchten, nicht mit einem irdischen Licht oder einem philosophischen Lichtlein.

Das Gebet der schon erwähnten zweiten Weihnachtsmesse erinnert uns daran, dass wir die höchsten Glaubenswahrheiten nicht bloß mit dem Verstand erfassen sollen, sondern wir beten darum, dass sich das Licht des Glaubens in guten Werken zeigen möge. Das göttliche Licht soll uns aber nicht nur erleuchten und zu guten Taten anregen, wir wollen auch selbst Licht für unsere Mitmenschen sein. Genau dies wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen zum heiligen Weihnachtsfest. Mögen Sie das göttliche Licht in sich aufnehmen und ausstrahlen, wie die Kapelle auf dem Bild!

Frohe und lichterfüllte Weihnachten!

P. Pascal Schreiber